Biographie

  JENS HAGEN WEGNER  



   Schon in jungen Jahren versetzte die Musik Jens Hagen Wegner in flammende Begeisterung. Er widmete sich ausschließlich dem Klavier - einem so faszinierenden und umfassenden Instrument, dass es, ohne eintönig zu werden, die ungeteilte, jahrelange Befassung und Aufmerksamkeit verdient. Nach der Schulzeit entschied er sich für ein Studium der Musik in Freiburg, wo er auch heute noch lebt. Der Pianist und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Tibor Szász erteilte ihm über sechs Jahre Unterricht im Klavierspiel, Musiktheorie und Geschichte. Jens Hagen Wegners Hauptaugenmerk richtete sich zu dieser Zeit besonders auf das 19. Jahrhundert, einer Epoche, in die auch sein Lehrer aufs Vortrefflichste eingeweiht ist.
    Ganz besonders wurde er von den geistsprühenden, wundervoll melodiösen Werken von Frederic Chopin und Franz Liszt ergriffen. So stehen auch heute noch diese romantischen und tiefsinnigen Schöpfungen in seiner höchsten Gunst. Wenn er am Klavier sitzt, dann kaum, ohne dass Melodien dieser beiden begnadeten Komponisten erklingen. Aber auch für weniger gespielte Schöpfer wie Alkan, Chaminade, Bortkiewicz oder Paderewski, um nur wenige zu nennen, erwachte sein Interesse. Es ist ihm ein Bedürfnis, auch gerade die selten zu hörende Klaviermusik wieder lebendig zu machen. Für seine Liszt-Interpretationen erhielt er von der British Liszt Society eine Auszeichnung.
    Improvisationen, die er zwischen den eigentlichen Beiträgen einbringt, bereichern und erfrischen seine Konzerte. Hierin wurde er namentlich von Prof. Helmut Lörscher über mehrere Semester hinweg unterrichtet. Bereits zwei mal gab er Vorträge über historische Improvisation in der Musikhochschule Freiburg. Die Teilnahme an zahlreichen Meisterkursen war ihm bei der künstlerischen Entwicklung sehr dienlich. Zu nennen sind hier besonders die Meister Leslie Howard, Tamas Ungar, Dmitri Alexejew und Karl-Heinz Kämmerling, denen er zu besonderem Dank verpflichtet ist.
  Seine Wissbegier brachte ihn dazu, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, um sich in das traditionelle Klavierspiel einzudenken, welches längst verloren ging. Er ist nicht nur Sammler historischer Aufnahmen wie zum Beispiel von Rosenthal, Pachmann, Friedman, Paderewski etc., die unschätzbare Zeugnisse früher und zeitnaher Interpretation sind, sondern befasst sich auch intensiv mit den zeitgenössischen Schriften. So stöberte er einige Dokumente auf, die man heutzutage kaum noch kennt. Aus dem Bedürfnis heraus, diese Dokumente leicht der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, entfaltete sich die Idee, eine Schriftenreihe zu gründen - dies geschah im Jahr 2013. Den Anfang bildete die Schrift des gefeierten Pianisten Emil von Sauer, der seine Kindheit, seine Studien bei Nikolai Rubinstein und Liszt und seine Konzertkarriere in dieser Lektüre nachzeichnete. Darauf folgten weitere Bücher und Artikel über Liszt und Chopin, die auf der Seite "Publikationen historischer Dokumente" einsehbar bzw. bestellbar sind.
  Auch seiner Neigung zur Filmmusik verleiht er Ausdruck. Zahlreiche anrührende, sinnliche, mitreißende und auch aufregende Melodien des Films übertrug er delikat auf die Tasten. Dabei kommt es ihm weniger auf eine originalgetreue Wiedergabe der Filmmusikwerke an; wichtiger ist ihm die eigene Interpretation dieser Melodien, wie sie am Klavier am schönsten zur vollen Blüte gelangen können.

   Menschen mit der Musik zu berühren, zum Nach-denken anzuregen, sie aus dem Alltag zu entführen - das ist sein höchstes Anliegen.



© 2018 Publikationen historischer Dokumente - Jens Hagen Wegner